Boogie Woogie
Die 80er Jahre erlebten ein Revival des 50er Jahre Rock'n'Rolls. Als Bezeichnung für einen Tanz war Rock'n'Roll jedoch schon vergeben an eine sport-akrobatisch geprägte Version zu modernerer Musik. Boogie Woogie oder - üblicher - einfach Boogie hatte sich schnell durchgesetzt für das an den 50ern orientierte Wiederentstehen dieses Tanzes. Von Süddeutschland aus verbreitete sich Boogie Mitte der 80er über die angrenzen Länder.
Bevorzugte Musik ist früher Rock'nRoll, Rhythm'n'Blues oder eben auch Boogie Woogie (die Klaviermusik). Boogie ist auch ein Turniertanz. Die dort festgelegten Regeln und erfolgreichen Paare prägen den Tanz allgemein stark.
Wie im Lindy ist Boogie-Tänzern das zum jeweiligen Song passende Tanzen und Improvisieren sehr wichtig.
Charleston
Einige der vielen Stile, die sich in der langen Geschichte des Charleston entwickelt haben, kann man neben Lindy Hop und Balboa auf den Hamburger Swing-Tanzflächen beobachten. Selbst wenn gar nicht wirklich Charleston getanzt wird, denn viele Elemente des Charleston sind vor allem im Lindy Hop zu finden. Den vielen Charleston-Variationen ist gemein, dass sie zu sehr schneller Musik getanzt werden.
Jitterbug
Jitterbug war in den 30ern im wesentlichen ein anderer Name für Lindy Hop, ist dann aber bald in Gebrauch für eine einfachere und der weissen Kultur angepasstere Variante mit aufrechterer Haltung.
Ab den 40ern entwickelt sich Jitterbug passend zum aufkommenden Rhythm and Blues zu einer stärker Rhythmus-betonten Version. Schließlich ist in den 50ern Jitterbug der Name für die zum weissen Rock'n'Roll passende Art zu tanzen.
Heutzutage wird Jitterbug in den USA oft synonym für East Coast Swing gebraucht, während in Deutschland damit meist eine Tanzform zu 50er Rock'n'Roll-Musik gemeint ist. Jitterbug ist also ein sehr unscharfer Begriff, bei dem es sehr darauf ankommt, in welchem Zusammenhang er benutzt wird
Jive
Jive ist ein Begriff mit sehr vielen Bedeutungen. In Deutschland bei den eher an Tanzschulen (Studios, Vereinen) orientierten Leuten ganz klar der Name für den Standard/Latein-Tanz mit exakt festgelegten Schritten und Figuren.
Bei Tänzern, die eher aus 'der' Musik-Szene kommen vor allem ein Name für einen Musik-Stil, nämlich frühen Rock'n'Roll oder Jump Blues, oder auch dazu passende Tanzstile. Diese Bedeutung ist in England dominant.
Historisch gesehen einer von vielen Begriffen aus der 'Jive'-Language, einem unter Musikern und Tänzern verbeiteten 'Dialekt'. Hier hat Jive etliche Beudeutungen vor allem 'Unsinn' ('Don't tell no jive, man.') und 'Marihuana' ('All that jive is gone').
Weitere Tänze
Besonders in den USA sind eine Vielzahl anderer Swing-Tänze verbreitet. Die bekanntesten sind 'East Coast Swing', der dem europäischem Boogie ähnelt und 'West Coast Swing'. 'Shag' ist eine sehr aufrecht getanzte Form mit viel vertikaler Bewegung.
In Frankreich ist Le Roc (Ceroc) verbeitet, eine Form mit sehr einfachen Schritten und vielen Drehungen und Armbewegungen. Ein ähnlicher Tanz ist in Schweden unter dem Namen 'Bug' sehr populär.
Keiner dieser Tänze wird nach Swing-Musik getanzt und wieviel 'Swing' noch vorhanden ist - nun ja, zumindest persönliches Empfinden.